Mietrecht: Die Wahrheit über die häufigsten Mythen

Das Mietecht ist ein Kapitel voller Sagen und Mythen. Dabei konnten sich Behauptungen, die einmal zum Thema Mietrecht in der Nachbarschaft die Runde gemacht haben, mitunter erfolgreich in den Köpfen der Mieter einnisten. Aber nicht alles, was man für richtig hält, trifft auch so zu. Das beweisen die zahlreichen Streitfragen, die unter Vermieter, Mieter und Nachbar regelmäßig für schlechte Stimmung sorgen.

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Schimmel in der Wohnung

Schimmelbefall oder auch feuchte Wände in der Wohnung sind nicht nur ärgerlich, sondern der Schimmel ist auch gefährlich für die Gesundheit. Oft versuchen Vermieter die Verantwortung für die Schimmelbildung auf den Mieter abzuwälzen und unterstellen, dass falsch gelüftet wurde. Ebenso wird gefordert, dass die Schimmelbeseitigung somit zu Lasten des Mieters geht.

Ganz so einfach ist das aber nicht, denn: Viel öfter sind Baufehler der Grund dafür, warum sich die Flecken an Decke und Wänden bilden. Der Vermieter muss also erst einmal nachweisen, dass das im vorliegenden Fall, nicht das Problem war. Erst, wenn das passiert ist, kann die Schimmelbeseitigung zu Kosten für den Mieter führen.

Feste feiern ohne Rücksicht

Einmal im Jahr darf in jeder Wohnung oder auch im Mietergarten lautstark gefeiert werden – das glauben zumindest viele Mieter. Richtig ist das aber nicht. Ab 22 Uhr ist die Nachtruhe nämlich immer einzuhalten. Somit muss die Musik abgedreht und die Party bei Zimmerlautstärke fortgesetzt werden. Oft schafft es allerdings Abhilfe, ein besonderes Ereignis bei den Nachbarn anzukündigen und um Verständnis zu bitten. Zum Beispiel bei einer Hochzeit oder einem „runden“ Geburtstag.

Nachts duschen ist verboten

Duschen und Baden ist laut einem Miet-Mythos nur bis maximal 22 Uhr erlaubt, da das plätschernde Wasser den Nachbarn stören könnte. Aber falsch gedacht, was wohl insbesondere Nachtschichtler freuen dürfte, die sich nach der Arbeit erfrischen möchten. Der Körperpflege darf man somit zu jeder Tages- und Nachtzeit nachgehen. Der Nachbar muss dies akzeptieren.

Dicke Luft wegen dem Grill

Grillen im Garten oder auf dem Balkon ist immer erlaubt? Stimmt so leider nicht. Tatsächlich kann der Vermieter das sommerliche Barbecue verbieten oder auch regulieren und festlegen, wie oft im Jahr gegrillt werden darf.

Nachmieter und Kaution

Wer schnell ausziehen will, ist der Meinung, dass er sich durch die Suche nach einem geeigneten Nachmieter von der Kündigungsfrist befreien kann. Das trifft allerdings nur dann zu, wenn der Vermieter sich damit einverstanden erklärt – verpflichtet ist er dazu jedoch nicht. Auch die Kaution, darf aus rechtlicher Sicht in den letzten Monaten nicht „abgewohnt“ werden. Stattdessen ist es sogar möglich, dass der Vermieter die Kaution noch für rund drei Monate nach dem Auszug einbehält und erst dann auszahlen muss.

Schöne Wände

Schönheitsreparaturen wie das Streichen von Wänden oder Heizkörpern sind nur dann fällig, wenn der Mieter tatsächlich für den Zeitraum in der Wohnung gewohnt hat, in der solche Arbeiten laut Mietvertrag fällig sind. Ein kurzes „Intermezzo“ von nur wenigen Monaten als Mieter führt also nicht dazu, dass man sich vor dem Auszug noch mit Streicharbeiten aufhalten muss.

Untermieter willkommen?

Wer in finanzielle Schwierigkeiten gerät und deshalb die monatliche Miete nicht mehr aufbringen kann, hat das Recht auf einen Zuspruch des Mieters bezüglich eines Untermieters oder auch der Gründung einer WG. Verweigert werden kann das grundsätzlich nicht – dieser Mythos ist also keiner.

Im Sinne des Nachbarschaftsfriedens oder auch der guten Beziehung zum Vermieter willen, lohnt es sich, sich mit den größten Miet-Irrtümern auseinanderzusetzen. Denn nur, weil man glaubt, dass etwas erlaubt oder verboten ist, muss dies noch lange nicht zutreffen. Das beweisen die oben aufgeführten Mythen recht eindrucksvoll.

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